Gewaltopferberatung ezra eröffnet Regionalstelle in Gera – Direkte Unterstützung für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Ostthüringen 

Zwei Personen stehen an einem schwarzen Rednerpult mit Mikrofon in einem hellen Raum, links im Hintergrund ein Holzkreuz auf einem mit einem Tuch bedeckten Tisch.

„Ein sicherer Ort in Zeiten zunehmender rechter Gewalt“

Mitten in einer Region, die seit Jahren ein Schwerpunkt extrem rechter Gewalt in Thüringen ist, eröffnet ezra – die Thüringer Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt – am heutigen Freitag eine neue Regionalstelle in Gera. Die Eröffnung markiert einen wichtigen Schritt hin zu mehr Schutz, Erreichbarkeit und Solidarität mit den Menschen in Ostthüringen – auch in den ländlichen Regionen. Die Regionalstelle ist zuständig für Gera, den Landkreis Greiz sowie den Landkreis Altenburger Land.  

„Wir sind da, wenn es zählt. Das Regionalbüro Gera ist nicht nur eine Außenstelle – sie ist ein sicherer Ort für Betroffene, die Bedrohung, Gewalt oder Einschüchterung durch rechte Akteure in Ostthüringen erleben“, erläutert ezra-Projektleiter Franz 
Zobel
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Ostthüringen ist Schwerpunkt rechter Gewalt  

Die Notwendigkeit der neuen Regionalstelle ist deutlich: 2024 dokumentierte ezra in Gera, dem Landkreis Greiz und dem Altenburger Land insgesamt 30 rechte Angriffe – ein Höchststand gegenüber 23 Fällen im Vorjahr. Unter den Tätern waren auch sehr junge Neonazis der Gerschen Jugend und der Letzten Verteidigungswelle. Zwei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft, weil ihnen ein Brandanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft vorgeworfen wird – der Verdacht: Rechtsterrorismus. 

Gera wird auch vom Thüringer Innenministerium als ein Schwerpunkt rechtsextremistischer Gewalt im Freistaat eingeordnet. Die Region Ostthüringen ist geprägt durch regelmäßig stattfindende extrem rechte Aufmärsche, gut vernetzte Neonazi-Strukturen – und ein gesellschaftliches Klima, das bei vielen Menschen Angst erzeugt.  

Nähe schafft Vertrauen 

„Gleichzeitig ist es mir als Geraerin wichtig, die vielen Menschen zu stärken, die sich in unserer Region jeden Tag für ein demokratisches Miteinander einsetzen”, sagt Miriam Gese, ezra-Beraterin am Standort Gera. „Ich lebe vor Ort und kenne die Herausforderungen, aber auch die Potenziale in Ostthüringen: Meine Kollegin 
Christine ten Venne und ich haben ein starkes Netzwerk ehren- und hauptamtlich 
Engagierter, auf das wir in unserer Sozialen Arbeit als Berater*innen bei ezra zurückgreifen können.” 

Weiterfinanzierung in 2026 absichern 

„Wir sind dem Bündnis Vereint für Demokratie dankbar, dass es für 2025 den Aufbau der ezra-Regionalstelle Gera ermöglicht hat. Wir hoffen auf eine Weiterfinanzierung in 2026 durch das Land Thüringen. Dies wäre ein wichtiges Signal an die Betroffenen rechter Gewalt in Ostthüringen”, erklärt Franz Zobel abschließend.  

Im Rahmen der Eröffnungsfeier am 15. August 2025 freut sich ezra über die Unterstützung in Form von Grußworten von der Finanzministerin und stellvertretenden Ministerpräsidentin Katja Wolf, dem Staatssekretär Udo Götze (Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie), Christoph Zippel (Vorsitzender im 
Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie im Thüringer Landtag), 
Katharina Passolt (Kirchenrätin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und Vorstandsmitglied des Trägervereins re:solut e.V.), Edouard Yendell (Bündnis „Vereint für Demokratie“) sowie Akef Otari (Vorsitzender des Abli e. V.). 

Für Rückfragen steht Ihnen Franz Zobel, Projektleiter bei ezra, gern zur Verfügung.

ezra arbeitet in Trägerschaft des re:solut e.V. (Rundum engagiert: solidarische Unterstützung in Thüringen e.V.), einem selbstständigen Werk der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Seit April 2011 unterstützt die Beratungsstelle Menschen, die angegriffen werden, weil Täter*innen sie einer von ihnen abgelehnten Personengruppe zuordnen. Zu dem Beratungsangebot zählen u. a. die psychosoziale Beratung, die Suche nach geeigneten Ärzt*innen, Therapeut*innen und Rechtsanwält*innen 
sowie die Begleitung von Terminen bei Behörden (Polizei, Gericht etc.). 

Gefördert wird die Opferberatungsstelle im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie über das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „DenkBunt“. 

Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des TMSGAF oder des BMBFSFJ dar. Für inhaltliche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.