Am 10. April 2025 werden Passant*innen – besonders ausländische Studierende – auf dem Campus der TU Ilmenau mit Hartgummigeschossen beschossen. Mehrere werden verletzt. Der Prozess steht an – wir sammeln auf Betterplace Geld für u. a. Anwält*innen und Fahrtkosten. U. a. weil wir somit Betroffenen ermöglichen wollen, in die Nebenklage zu gehen. Diese ist jedoch mit hohen Anwaltskosten verbunden. Daher sind deine Spende und Solidarität so wichtig.
Zwischen 19 und 22 Uhr drehen die Täter mehrfach ihre Runden, stoppen, suchen sich Ziele aus und feuern mehrere Schüsse ab. Dann fahren sie weiter und wiederholen den Angriff an anderen Orten. Zuvor sollen sie bereits in der Altstadt einen Passanten verletzt haben. Laut Polizei werden mind. acht Personen verletzt, weitere Betroffene berichten von Beschuss ohne Verletzungen. Die Polizei trifft z. T. erst nach 1,5 h ein. Sie nimmt zunächst nur die Angaben der Verletzten auf – und erst auf Drängen der Zeugen die Personalien weiterer Betroffener. Die Tatverdächtigen müssen sich nun vor Gericht verantworten.
Ein Verletzter: »Nach einem Akt des Hasses bleibt mehr als nur Angst zurück; er hinterlässt eine Wunde in unserem Sicherheitsgefühl und unserem Vertrauen. Doch angesichts solcher Dunkelheit wird der Mut, sich zu erheben, sich zu äußern und Gerechtigkeit zu suchen, zu unserer stärksten Antwort.« (Übersetzung)
Ein weiterer Betroffener: »Es war mein zehnter Tag in Deutschland, als sich dieser Vorfall ereignete. Ich bin aus meinem Heimatland nach Ilmenau gekommen, für eine bessere Zukunft und um sicher zu leben. Der Vorfall hat mich wirklich verängstigt. Ich habe mich immer wieder gefragt, ob es eine gute Entscheidung war, hierher zu kommen – und schließlich beschlossen wegzuziehen. Der Umzug von einem Land in ein anderes ist nicht leicht. Und dann musste ich innerhalb weniger Tage erneut umziehen – von Ilmenau in eine westdeutsche Stadt.« (Übersetzung)
Die Gewaltopferberatung ezra stuft die Tat als rassistisch ein. Mehrheitlich ausländische Studierende waren betroffen. Sie schildern den Eindruck, dass der Angriff ‚ausländisch‘ gelesenen Personen galt und somit mutmaßlich rassistisch motiviert war. »Die Vorgehensweise bei den Taten wirkte geplant und gezielt. Die Menschen wurden zur Zielscheibe. Das war keine Bagatelle«, so ein Betroffener. Ein weißer deutscher Studierender berichtet, dass er verschont blieb, während ausländische Kommiliton*innen beschossen wurden.
Deine Spende unterstützt die Betroffenen im Verfahren – bei Anwaltskosten, sowie bei Dolmetscher-, Fahrt-, Umzugs- & Behandlungskosten. Überschüsse fließen in den Hilfsfonds der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen.
Bitte teile den Aufruf, informiere deine Familie, Freund*innen und Kolleg*innen über den Angriff in Ilmenau.
Vielen Dank für deine Solidarität



